Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
Das Angebot „100 Schätze“ präsentiert erstmalig zentrale Objekte aus den Weimarer Stiftungsmuseen, der Herzogin Anna Amalia Bibliothek sowie dem Goethe- und Schiller-Archiv. Erstmalig werden damit die großen digitalen Sammlungen der Forschungseinrichtungen miteinander verknüpft und für ein großes Publikum aufbereitet. Nicht nur Forschende können sich der vertiefenden Online-Recherche widmen, die Online-Datenbank richtet sich vor allem an die Citizen Science.
Welche Umstände und Überlegungen haben zu dem Projekt "100 Schätze" geführt?
Auf die Krisenbedingungen der Pandemie und die beschränkte Zugänglichkeit von Kultur- und Forschungseinrichtungen antwortet die Klassik Stiftung Weimar mit innovativen Lösungen: virtuelle Museumsrundgänge, Online-Ausstellungen und einer kuratierten und digitalen Sammlung von besonderen Objekten. Liebhaber*innen moderner und klassischer Kunstrichtungen, Museumsbesucher*innen und Interessent*innen, die bisher wenig mit den Sammlungen der Stiftung zu tun hatten, haben mit den "100 Schätzen" die Möglichkeit, Museumsobjekte und ihre Geschichten zu entdecken - und das bequem von Zuhause, über das eigene Smartphone oder den Laptop. Die Objektgeschichten bieten nicht nur Einblicke über Materialität, Herkunft und Entstehungsprozess, sondern auch Hintergrundinformationen über Künstler*innen und mitwirkende Personen.
Als Teilprojekt der "Digitalen Transformation" der Stiftung geht es bei den "100 Schätzen" weniger um digitale Reproduktion und Ausstellung kostbarer Objekte. Vielmehr reflektiert die Stiftung in den "100 Schätzen" den komplexen Anspruch, die Stiftung als Einheit zu stärken und ein niederschwelliges Bildungsangebot zu schaffen, welches sich an eine breite Zielgruppe richtet. Kulturelle Teilhabe und gelebte Digitalität erfordern eine gemeinsame Entwicklungs- und Lerndynamik.
Als ersten Einstieg in die "100 Schätze" eignet sich die Ansicht aller Schätze. Über ein Filtersystem, welches nach Gattungen und Epochen unterscheidet, können sich digitale Besucher*innen einen Überblick über die Online-Sammlung machen. Einen explorativeren Einstieg bietet ein Zeitstrahl, der neben der zeitlichen Komponente auch inhaltliche Zusammenhänge und Beziehungen zu anderen Objekten visualisiert. Über beide Sucheinstiege können Detailinformationen zu den einzelnen Sammlungsstücken entdeckt werden. Links zu zusätzlichen Informationen, wie der Forschungsdatenbank oder thematisch passenden Blogartikeln der Klassik Stiftung, ergänzen das Angebot.

Welche Werke haben es in die "100 Schätze" geschafft und wer hat die Auswahl vorgenommen?
Bei der Vielzahl an Objekten aus den sammlungsführenden Häusern der Stiftung ist eine Selektion eine Mammutaufgabe. Ein kleines Team aus Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern haben Vorschläge aus allen Bereichen der Stiftung entgegengenommen und geprüft. Dem Team war es wichtig, dass jeder Fachbereich die Möglichkeit hat, ihre Expertisen einzubringen und an der digitalen Visitenkarte der Stiftung mitzuwirken. Als Kriterien für die Auswahl wurden visuelle, semantische und zeitliche Merkmale beachtet. Ein besonderes Augenmerk war für die digitalen Kurator*innen die Geschichte der Objekte und die Vernetzung untereinander.
Eine ganze Bandbreite von Bildern, Büchern, Gemälden und Handschriften aus dem 9. Jahrhundert bis in die Gegenwart sind Teil der Online-Sammlung der Weimarer Museen. Besonderer Augenmerk liegt auf der Weimarer Klassik und der Kunst der Moderne. Goethes Reisemantel, Schillers Ehrenkreuz, Nietzsches Portät oder der Liszt Taktstock sind nur ein paar besondere Artefakte.