Vorhaben der Klassik Stiftung Weimar werden gefördert durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und den Freistaat Thüringen, vertreten durch die Staatskanzlei Thüringen, Abteilung Kultur und Kunst.
2010 Kilometer in 34 Tagen. Eine fürstliche Hochzeitsreise zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einer prächtigen und komfortablen Reiseberline führte die aus dem russischen Zarenhaus stammende Braut von St. Petersburg ins kleine Weimarer Herzogtum.
| Besitzer | Großherzog Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach (1783–1853)
[ GND ] [ so:fie ] |
| Titel |
Reise-Kutsche zur Hochzeit des Erbprinzen Carl Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach mit Maria Pawlowna
[ GND ] |
| Standort | Kutschenmusem Auerstedt |
| Entstehungszeit | 1804 |
| Objekttyp | Kunstgewerbe |
| Weitere Beteiligte | |
|---|---|
| Besitzerin | Großherzogin Maria Pawlowna von Sachsen-Weimar-Eisenach (1786–1859)
[ GND ] [ so:fie ] |
| Weitere Metadaten | |
|---|---|
| Höhe | 237,0 cm |
| Breite | 197,0 cm |
| Tiefe | 480,0 cm |
| Provenienz | Fuhrpark der Herzöge von Sachsen-Weimar-Eisenach |
| Haltende Einrichtung | Museen |
| Sammlung | Kunstgewerbesammlung / Kutschensammlung |
| Inventar-Nr. | N 10/98 |
| Links zum Objekt |
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| Kutschenmuseum Auerstedt |
| Copyright | Klassik Stiftung Weimar |
Anlässlich der Hochzeit des Weimarer Erbprinzen Carl Friedrich (1783–1853) mit der russischen Großfürstin Maria Pawlowna (1786–1859) am 3. August 1804 in St. Petersburg schenkte Zar Alexander I. dem Brautpaar eine Reiseberline (gefederter Pferde-Kutsche). Mit ihr reisten die Eheleute nach Weimar und legten die über 2000 Kilometer lange Strecke in 34 Tagen zurück.
Die viersitzige Berline wurde in St. Petersburg hergestellt und zeichnet sich durch eine solide Bauart aus. Ihr Fahrgestell besitzt zwei starke Brancards (Gabeldeichseln) aus Eisen mit doppelten Schwanenhälsen. An den Wagentüren ist das russische Wappen angebracht; die Türgriffe haben die Form eines russischen Doppeladlers. Zwei Laternen sind an den vorderen Ecken der Kutsche befestigt. Das Wageninnere wurde komfortabel ausgestattet, um die weite Reise so angenehm wie möglich zu machen. In der rechten Vorderbankseite befindet sich sogar eine Toilette. Deren Einfassung und der lose aufgelegte Runddeckel sind mit grünem Maroquin-Leder gepolstert.
Der geschwungene Wagenkasten mit drei Fenstern und die Einschlagtritte lassen den Einfluss englischer Kutschenmodelle erkennen, die bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts führend waren. Der Technologietransfer vollzog sich im 19. Jahrhundert in beide Richtungen, sodass die Berline entweder von einem russischen oder von einem englischen Wagenbauer mit Sitz in St. Petersburg stammen könnte. Das Hochzeitsgeschenk des Zaren zählt zu den wenigen Fahrzeugen dieser Art, die bis in die heutige Zeit erhalten geblieben sind.